Peptipedia › Glossar › Partieller Agonist
Pharmakologie
Partieller Agonist
Partieller Agonist - Ein Stoff, der einen Rezeptor nur teilweise aktiviert - schwächer als ein voller Agonist, aber stärker als gar nichts.
Auch genannt Teilagonistpartial agonist
Stell dir einen Lichtschalter vor: Ein normaler Botenstoff aus dem Körper schaltet das Licht voll ein. Ein partieller Agonist wirkt ähnlich, ist aber eher wie ein Dimmer: Er bindet an eine Andockstelle auf der Zelloberfläche (einen sogenannten Rezeptor) und aktiviert sie, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Selbst wenn er alle Andockstellen besetzt, bringt er das Licht nur teilweise zum Leuchten, ganz gleich wie weit du drehst. So erreicht er nie die maximale Wirkung, die ein Stoff auslösen kann, der den Rezeptor komplett aktiviert (ein voller Agonist).
Die Besonderheit
Die Besonderheit: Ist bereits viel körpereigener Botenstoff vorhanden, kann ein partieller Agonist sogar dämpfend wirken, wie ein Blocker, genannt Antagonist. Das liegt daran, dass er diese stärkeren körpereigenen Moleküle von der Andockstelle verdrängt, ohne selbst ein ebenso starkes Signal auszulösen. Er liegt also „dazwischen".
Im Alltag begegnet man diesem Prinzip zum Beispiel bei bestimmten Schmerz- oder Suchtmedikamenten: Sie wirken über denselben Rezeptor wie körpereigene Stoffe, aber bewusst abgeschwächt.