MGF (Mechano Growth Factor)

MGF (Mechano Growth Factor, IGF-1Ec) ist ein Peptid-Wirkstoff und eine natürlich vorkommende Spleißvariante von IGF-1, die nach mechanischer Belastung oder Muskelschaden lokal gebildet wird und in präklinischen Studien Satellitenzellen aktiviert.

Gewebeheilung & Regeneration · Keine medizinische Beratung.

Evidenz: Stufe 2 · präklinisch/in vitro, keine kontrollierten Humanstudien
Typ
Einzel-Peptid
Kategorie
Gewebeheilung & Regeneration
Darreichungsform
Injektion
Vial-Kürzel
MGF
Vial-Größen
2 mg
Halbwertszeit
Minuten im Serum (sehr kurz); PEG-MGF (pegyliert) mit verlängerter Halbwertszeit im Stundenbereich

Auf einen Blick

Wirkmechanismus
MGF entsteht durch alternatives Spleißen des IGF-1-Gens (Isoform IGF-1Ec) und wirkt vor allem lokal am Ort der mechanischen Belastung; das C-terminale E-Peptid fördert in vitro die Aktivierung und Proliferation von Muskelvorläuferzellen.
Nutzen & Anwendung
In präklinischen Modellen wird MGF mit Satellitenzell-Aktivierung, Muskelregeneration nach Schädigung, kardioprotektiven Effekten nach Ischämie und Förderung mesenchymaler Stammzellmigration in Verbindung gebracht; beim Menschen ist die Datenlage begrenzt.
Studienlage
Die Evidenz stützt sich überwiegend auf In-vitro-Studien an humanen Satellitenzellen (z.B. Kandalla 2011) und Tiermodelle (u.a. Schaf, Maus); kontrollierte klinische Studien mit exogen zugeführtem MGF beim Menschen existieren bislang nicht, und ein unabhängiges Labor konnte am E-Peptid keine Wirkung auf Myoblasten bestätigen.
Dosier-Hinweis
Es existiert keine zugelassene Dosierung; in der experimentellen Literatur werden je nach Modell sehr unterschiedliche Dosierungen verwendet - dies ist kein Dosier-Hinweis, sondern ein Hinweis darauf, dass keine klinisch validierte Dosis existiert.

MGF (Mechano Growth Factor, auch IGF-1Ec) ist ein Peptid-Wirkstoff und eine natürlich vorkommende Spleißvariante des Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1), die nach mechanischer Belastung oder Muskelschaden lokal im Gewebe gebildet wird. In präklinischen Studien aktiviert das enthaltene E-Peptid Muskelvorläuferzellen und fördert Regeneration, ohne dass beim Menschen bislang kontrollierte klinische Studien mit exogenem MGF vorliegen.

Was ist MGF?

MGF wurde Anfang der 2000er von der Gruppe um Geoffrey Goldspink beschrieben und entsteht durch alternatives Spleißen des IGF-1-Gens: Während das "klassisches" IGF-1Ea vor allem systemisch wirkt, wird IGF-1Ec/MGF nach Dehnung, Kontraktion oder Verletzung rasch hochreguliert und agiert überwiegend lokal im geschädigten Muskel. Das C-terminale E-Peptid gilt als der eigentliche Wirkträger, der die Satellitenzell-Antwort steuert.

Wie wirkt MGF?

  • Satellitenzell-Aktivierung: In vitro erhöht MGF-E die Proliferation humaner Muskelvorläuferzellen und verzögert deren Differenzierung - ein Effekt, der auch dann auftritt, wenn der IGF-1-Rezeptor blockiert ist.
  • Lokale Reparatur-Kaskade: Über Matrix-Metalloproteinasen und Fibrinolyse wird das Gewebemilieu für einwandernde Vorläuferzellen vorbereitet.
  • Kardioprotektion im Tiermodell: Nach experimentellem Herzinfarkt (Schaf) besserte MGF hämodynamische Parameter stärker als reifes IGF-1.
  • Stammzell-Mobilisation: Im Tierversuch wurde die Migration Knochenmark-stämmiger mesenchymaler Stammzellen gefördert.

Die systemische Wirkung bleibt wegen der sehr kurzen Serum-Halbwertszeit von nur wenigen Minuten gering; deshalb wurde mit PEG-MGF eine pegylierte Variante entwickelt, die langsamer abgebaut wird.

Forschung & Evidenz

Die Datenlage ruht im Wesentlichen auf drei Säulen:

  1. In-vitro-Daten an humanen Zellen: Kandalla et al. (2011) zeigten an Satellitenzellen von neonatalen, jungen und alten Spendern, dass synthetisches MGF-E-Peptid die proliferative Lebensspanne verlängert - mit abgeschwächtem Effekt im Alter.
  2. Tiermodelle Muskel: Verschiedene Maus- und Rattenstudien berichten nach MGF-Gabe reduzierte Entzündungsmarker und verbesserte Regeneration nach experimenteller Muskelläsion.
  3. Tiermodelle Herz: In Schafmodellen reduzierte eine intrakoronare MGF-Gabe nach Ischämie die Infarktgröße.

Gleichzeitig gibt es kritische Befunde: Ein unabhängiges Labor konnte am synthetischen MGF-E-Peptid keinen Effekt auf Myoblasten oder primäre Muskelstammzellen nachweisen - ein direkter Widerspruch zu den mechanistischen Grundaussagen. Randomisierte, kontrollierte Humanstudien mit exogenem MGF existieren nach unserem Stand nicht.

MGF vs. PEG-MGF

  • MGF (native Sequenz): entspricht der menschlichen IGF-1Ec-Spleißvariante; Halbwertszeit nur Minuten, daher klinisch schwer nutzbar.
  • PEG-MGF: pegylierte Variante mit verlängerter Zirkulationszeit; in der Forschungsliteratur am häufigsten verwendetes Konstrukt.

Sicherheit & rechtlicher Status

  • Keine Arzneimittelzulassung für MGF oder PEG-MGF in EU, USA, Schweiz oder UK.
  • Keine klinisch validierte Dosis beim Menschen - jegliche Dosierung wäre rein experimentell.
  • Doping-Status: MGF fällt unter die WADA-Verbotsliste (S2.2 - Wachstumsfaktoren) und ist im Sport verboten.
  • Qualitätsrisiko: Produkte aus nicht regulierten Quellen sind häufig unterdosiert, fehlgefaltet oder mit Peptiden ähnlicher Sequenz verunreinigt.

Häufige Fragen zu MGF

Ist MGF dasselbe wie IGF-1?

Nein - MGF ist eine Spleißvariante des gleichen Gens. Das macht es zu einem verwandten, aber eigenständigen Peptid-Wirkstoff mit anderer Kinetik und anderer Gewebeverteilung.

Wirkt MGF beim Menschen?

Es gibt keine kontrollierte klinische Studie, die das für exogen zugeführtes MGF belegt. Die präklinischen Daten sind mechanistisch interessant, aber nicht ausreichend für Wirksamkeitsaussagen beim Menschen.

Wie wird MGF gelagert und vorbereitet?

Lyophilisiertes MGF wird im Kühlschrank (2-8 °C), rekonstituiertes MGF im Gefrierfach gelagert. Die konkreten Schritte zum Anmischen findest du in den Peptipedia-Anleitungen, und zur Einschätzung deiner Spritzenmenge hilft der Dosis-Rückrechner. Für die vollständige Werkzeug-Übersicht siehe Werkzeuge.

Ist MGF legal?

In keinem westlichen Land als Arzneimittel zugelassen. Besitz und Erwerb fallen je nach Jurisdiktion unterschiedlich aus; im Sport gilt es gemäß WADA als verbotener Wachstumsfaktor.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt weder ärztliche Beratung noch eine individuelle Diagnose. Peptipedia empfiehlt keine Dosierung, keinen Bezug und keine Einnahme.

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Quellen

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