Follistatin-344

Natürliches Peptidhormon und Myostatin/Activin-Antagonist; bislang nur als AAV1-Gentherapie in Phase 1/2a-Studien bei Muskeldystrophie untersucht (Mendell et al.).

Wachstumshormon & Anti-Aging · Keine medizinische Beratung.

Evidenz: Stufe 2 · frühe Forschung
Typ
Einzel-Peptid
Kategorie
Wachstumshormon & Anti-Aging
Darreichungsform
Injektion
Vial-Kürzel
FS344
Vial-Größen
Forschungschargen typisch 1 mg Vial
Handelsnamen
AAV1-FS344 (Milo Biotechnology, klinisches Studienprogramm)
Halbwertszeit
Für das freie Peptid nicht robust publiziert; AAV-Gentherapie erzeugt anhaltende lokale Expression.

Auf einen Blick

Wirkmechanismus
Bindet und neutralisiert Myostatin (GDF-8) und Activin A sowie weitere TGF-beta-Familienmitglieder; hebt damit die biologische Wachstumsbremse der Skelettmuskulatur auf.
Nutzen & Anwendung
In präklinischen Modellen Muskelhypertrophie und -regeneration; beim Menschen bisher nur lokale Effekte in Gentherapie-Studien (BMD, sIBM, DMD) dokumentiert.
Studienlage
AAV1-FS344 Phase 1/2a: Becker-Muskeldystrophie (Mendell 2015, PMID 25322757), sporadische Einschlusskörpermyositis (Mendell 2017, PMID 28279643), Duchenne (NCT02354781). Freies FS344-Peptid: keine Humanstudien.
Dosier-Hinweis
Keine Dosierungsanweisung. Klinische Prüfdosis (AAV1-FS344 Gentherapie): intramuskuläre Injektion in Quadriceps/Biceps durch Studienpersonal; freies FS344-Peptid ohne Vektor hat keine zugelassene Dosis.

Im Injektions-Rechner verwenden

Follistatin-344 (FS344) ist ein natürlich vorkommendes Peptidhormon und körpereigener Myostatin-Antagonist. Es bindet Myostatin und verwandte TGF-beta-Familienmitglieder (vor allem Activin A) und hebt damit die biologische Wachstumsbremse der Skelettmuskulatur auf. Beim Menschen ist FS344 bislang ausschließlich als AAV1-Gentherapie (AAV1-FS344) in Phase 1/2a-Studien untersucht worden - ein freies FS344-Peptid ohne viralen Vektor hat keine publizierten Humandaten.

Was ist Follistatin-344 und wie wirkt es?

Follistatin kommt im Körper in mehreren Spleißvarianten vor; FS344 ist die 344-Aminosäure-Variante, die in den klinischen Gentherapie-Programmen eingesetzt wird. Zu den wichtigsten Bindungspartnern gehören:

  • Myostatin (GDF-8) - der zentrale negative Regulator des Skelettmuskelwachstums,
  • Activin A - mit Rolle in Inflammation und Muskelabbau,
  • weitere TGF-beta-Familienmitglieder (u.a. GDF-11, bestimmte BMPs).

Durch die Neutralisierung dieser Liganden verschiebt sich das Muskelgleichgewicht in Richtung Hypertrophie und Regeneration.

Welche klinischen Studien gibt es zu Follistatin-344?

Die einzige publizierte Humandatenspur stammt aus dem Programm um Jerry Mendell am Nationwide Children's Hospital (Columbus, Ohio):

  • Becker-Muskeldystrophie (BMD): Phase 1/2a, intramuskuläre AAV1-FS344-Injektion in Quadriceps und Biceps; signifikante Zunahme der 6-Minuten-Gehstrecke und der Quadrizeps-Kraft (Mendell et al., Mol Ther 2015, PMID 25322757).
  • Sporadische Einschlusskörpermyositis (sIBM): Phase 1/2a mit Verbesserung funktioneller Endpunkte (Mendell et al., Mol Ther 2017, PMID 28279643).
  • Duchenne-Muskeldystrophie (DMD): Phase 1/2a, NCT02354781 - Studie abgeschlossen.

Für injizierbares FS344-Peptid ohne viralen Vektor gibt es weder publizierte Sicherheits- noch Pharmakokinetik-Daten beim Menschen.

Welche Effekte werden erforscht?

In den BMD- und sIBM-Studien wurde lokale Muskelhypertrophie mit messbarer Funktionsverbesserung gezeigt. Über diese krankheitsspezifischen Indikationen hinaus wird FS344 wegen seiner kombinierten Myostatin/Activin-Blockade auch für altersassoziierte Sarkopenie und Körperzusammensetzung diskutiert - hier bleibt die Evidenz rein präklinisch.

Wie wird FS344 vorbereitet und gelagert?

Die klinischen Prüfpräparate werden intramuskulär durch geschultes Studienpersonal verabreicht. Wenn du mit Forschungsmaterial arbeitest, beachte die Anleitung Peptide lagern: Pulver und Lösung richtig aufbewahren (Lyophilisat kühl, trocken, dunkel; angemischte Lösung im Kühlschrank bei 2-8 °C). Für eine saubere Rekonstitution hilft die Schritt-für-Schritt-Anleitung Peptide anmischen mit BAC-Wasser; ein Überblick über weitere Werkzeuge liegt in der Peptipedia-Werkzeugübersicht.

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Quellen

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